Keine Flaute für Produktpiraten in der Textil- und Modeindustrie


Posted on 30. August 2009

München, im August 2009. Dass Produktpiraterie weltweit zunimmt und sich die Situation in Zeiten der Wirtschaftskrise noch mehr verschärft, ist bekannt. Betroffen sind mittlerweile Markenhersteller nahezu aller Branchen, insbesondere und bereits seit langem Markeninhaber der Textil- und Modeindustrie. Doch was bewegt Verbraucher dazu, bewusst gefälschte Produkte zu kaufen und wann würden sie das Risiko eingehen, eine potenzielle Fälschung zu erwerben? Aufschluss darüber und über andere Faktoren liefert eine jüngst durchgeführte Studie der Firma OpSec Security (vormals P4M GmbH – Die InternetAgenten) in Zusammenarbeit mit der TU München.

Gut die Hälfte (51 %) der 454 Befragten, die an der Online-Umfrage teilgenommen haben, kaufen Kleidung im Internet. Damit stellt diese Produktgruppe beim Online-Shopping nach Elektronik die zweit populärste dar. Besonders großer Beliebtheit erfreuen sich in diesem Bereich die Online-Shops der Markenhersteller, bei denen mit 42 Prozent die meisten Verbraucher Kleidung kaufen. Bei eBay shoppen hingegen nur 21 Prozent der Befragten, bei Amazon lediglich 12 Prozent und ein Viertel der Umfrageteilnehmer kauft Kleidung in anderen Online-Shops.


Nach eigenen Angaben achten zwar 67 Prozent der Befragten darauf, keine gefälschte Kleidung zu kaufen, auffällig ist jedoch, dass 17 Prozent zugaben, schon einmal absichtlich ein gefälschtes Kleidungsstück erworben zu haben. Gerade bei Saison- und Modeartikeln sowie teuren Accessoires, die man unter Umständen nur eine kurze Zeit trägt, scheint es verlockend zu sein, eine günstige Fälschung zu erstehen, wie auch ein Test im Rahmen der Umfrage zeigt. Geprüft werden sollte die Kaufentscheidung bei einer Designer Sonnenbrille, die den Teilnehmern gezeigt wurde. Dabei stellte sich heraus, dass sich fast ein Viertel der Befragten (22 %) anstatt des Originals lieber jede Saison eine gefälschte Designer Sonnenbrille für 20 Euro kaufen würden.

Gruppenzwang und Wunsch nach Prestige

Neben dem Hauptargument, dass die Originalware zu teuer sei - diesen Grund gaben knapp 90 Prozent aller Umfrageteilnehmer (inkl. der Nicht-Kleidungskäufer) auf die Frage an, warum gefälschte Kleidung gekauft wird – sind vor allem psychologische Faktoren ausschlaggebend für den Kauf von Textilfälschungen. So gaben mehr als die Hälfte der Befragten an, dass gefälschte Kleidung aus Prestigegründen (55,7 %) und Gruppenzwang (54,6) gekauft würden. Auffällig und zu gleich erschreckend ist, dass rund 18 Prozent der Befragten als möglichen Grund den Weiterverkauf der Waren nannten, was zu einer Straftat führen würde. „Durch unsere Arbeit wissen wir, dass z.B. auf asiatischen B2B-Plattformen bereits kleine Mengen gefälschter Markenkleidung bestellt werden können, die dann oftmals bei eBay weiterverkauft werden“, sagt Vera Mund, Social Content Specialist bei OpSec Security. Alarmierend für Markenhersteller ist, dass ein Viertel (25,8 %) der Befragten als möglichen Grund für den Kauf von Fälschungen angab, dass sowohl die Fälschung als auch das Original oftmals in den gleichen Fabriken in China hergestellt würden. Somit sei es ja egal, was man kauft. Daraus könnte man schließen, dass Konsumenten über ein mangelndes Qualitätsbewusstsein verfügen bzw. glauben, dass eine Fälschung genauso hochwertig sei, wie ein in China produziertes Original-Markenprodukt.

Risikobereitschaft der Verbraucher

In einem Experimentteil sollten die Umfrageteilnehmer entscheiden, zu welchem Preis sie eine Levis Jeans (UVP: 71,96 Euro) in einem dubiosen asiatischen Online-Shop kaufen würden.  Dass es sich dabei um eine Fälschung handelt, wussten sie zwar nicht, aber aufgrund des unseriös erscheinenden Anbieters lag der Verdacht nahe. Das Ergebnis ist besorgniserregend: Mehr als die Hälfte der Befragten (55,5 %) wäre bei dem Test das Risiko eingegangen, eine Fälschung zu erstehen, wobei es die größte Häufung im Preisbereich von 40 bis 50 Euro gab. So hätten 13,9 Prozent für die potenzielle Fälschung mehr als die Hälfte des Originalpreises bezahlt. Auffällig ist, dass 60 Prozent der Teilnehmer, die zugaben, schon einmal absichtlich gefälschte Kleidung im Internet gekauft zu haben, die Levis Jeans im Test als Fälschung erkannt haben – das heißt, dass Fälschungskäufer häufig auch Fälschungserkenner sind.

Die Studie zeigt, dass Unternehmen neben den finanziellen Einbußen durch Produktpiraterie auch mit anderen nicht zu unterschätzenden Problemen zu kämpfen haben. Diese liegen in der Einstellung der Verbraucher zum Kauf von Fälschungen begründet. Erschreckend ist auch, dass 60 Prozent der Befragten, die schon einmal absichtlich eine Fälschung erstanden haben, denken, dass dies strafbar sei. Daraus ergibt sich, dass Strafen Verbraucher nicht unbedingt vom Fälschungskauf abschrecken würden. Daher können sich Unternehmen nicht darauf verlassen, dass lediglich eine Verbesserung der Gesetzeslage die Schäden durch Marken- und Produktpiraterie einschränken würde. Äußerst wichtig ist, dass sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten selbst aktiv werden und gegen den Handel mit Fälschungen vorgehen. „Mit Hilfe unserer verschiedenen, eigens entwickelten Technologien unterstützen wir Markenhersteller dabei, Fälschungen und Graumarktware im Internet aufzuspüren, Auktionen mit illegaler Ware zu stoppen und ihre Vertriebswege abzusichern. So können Unternehmen den Schaden, der durch Marken- und Produktpiraterie entsteht, eindämmen und sie haben die Möglichkeit, strafrechtlich gegen Fälscher und nicht autorisierte Händler vorzugehen“, sagt Vera Mund.


Über OpSec:

Die OpSec Security GmbH (vormals P4M GmbH – Die InternetAgenten) mit Sitz in München gehört zur OpSec Security, Inc., einer 100-prozentigen Tochter der OpSec Security Group plc (London AIM: OSG). Als weltweit führender Anbieter von Anti-Fälschungstechnologien sowie von Lösungen und Dienstleistungen für Off- und Online-Markenschutz ist OpSec für mehr als 300 Unternehmen unterschiedlicher Branchen und für über 50 Regierungen weltweit tätig. Die OpSec Gruppe betreibt Produktionsstätten und Forschungseinrichtungen in den USA und in Großbritannien und agiert auf dem amerikanischen, europäischen und asiatischen Markt. Weitere Informationen finden Sie unter: www.opsecsecurity.de